Wird frühe Bindung entweder durch grenzüberschreitendes Verhalten der Eltern (Missbrauch, Gewalt, Verlassen-Werden, dauerhafter Familienstress), aber auch durch schwere Krankheiten, Todesfälle oder Verlust einer geliebten Person, Armut, Krieg etc. unterbrochen oder gestört, lernt das Kind ein vermeidendes, ambivalentes oder sonst wie inadäquates Bindungsverhalten. Grundlegendes Vertrauen, ein stabiles Selbstwertgefühl und ein gesundes Bindungsmuster kann sich unter solchen Bedingungen nicht entwickeln. Besonders diese nicht verarbeiteten frühen Verletzungen und Schlüsselthemen aus der Vergangenheit werden häufig auf unsere Beziehungen in der Gegenwart projiziert.
Gestörte Bindungserfahrungen wiederholen sich im Erwachsenenleben vor allem in der Paarbeziehung. Liebe und Intimität lockern die Verteidigungsformen, die zum Schutz unserer Verletzbarkeit in der Kindheit als Antwort auf das oft problematische Verhalten der Bezugspersonen entstanden sind, auf. Folglich werden hier in vielen Fällen sehr schmerzhafte und verwirrende Erfahrungen gemacht, die die Paarbeziehung zur größten Herausforderung unter den Beziehungen im Erwachsenenalter machen.
In der tiefenpsychologischen Arbeit mit Paaren verbinde ich Kenntnisse aus der Traumatherapie und der Bindungsforschung. Mein Ziel ist es, die Verbindungen zu oft vergessenen und verdrängten Erlebnissen bewusst zu machen und die damit zusammenhängenden Gefühle zu verarbeiten.
Dies ermöglicht korrigierende Beziehungserfahrungen, die sich von den früheren Beziehungsmustern unterscheiden.
